“Ich tue alles, was Sie wollen. Ich habe Geld gespart. Ich kann …”
Er kichert leise.
“Ich werde dich jetzt eine Weile alleine lassen.” Das Scharren eines Stuhls, der Lichtpunkt bewegt sich. “Ist dir kalt?”
“Sehr.”
“Hast du Durst?”
“Ein bisschen.”
“Es wird schlimmer werden, das verspreche ich dir.”
(Seite 188)
Zum Inhalt
Ein sadistischer Mörder treibt sein Unwesen in einer Stadt, in der es seit langer Zeit nur natürliche Todesfälle gab.
Die Morde sind brutal, blutig und unerklärlich. Welcher Psychopath betäubt seine Opfer mit Beruhigungsmitteln, bevor er es qualvoll verbluten lässt? Da Schmerz doch genau das ist, was er zufügen will.
Hauptkommissar Claudius Zorn soll die Ermittlungen leiten – doch er hat weder die Lust noch die Energie dazu. Als er bemerkt dass ihn bei den Ermittlungen jemand austricksen will, bekommt Zorn richtig schlechte Laune. Doch das hält den Mörder nicht auf …
Meine Meinung
„Zorn. Tod und Regen“ ist der erste Fall des Ermittler-Duos Zorn&Schröder.
Hauptkommissar Claudius Zorn ist 42 Jahre alt und seit 21 Jahren Polizist. Sein Platz in der Hierarchie der örtlichen Polizei ist sehr weit unten und er mag seinen Job überhaupt nicht, ist durch ihn unzufrieden, mürrisch, wütend und ewig schlecht gelaunt. Nahezu verströmt er eine fast greifbare Aura des Desinteresses und der Gleichgültigkeit. Das wirkt faszinierend und wie ich finde interessant.
Sein Partner, der dicke Schröder (einen Vornamen scheint der Gute nicht zu haben), ist nicht nur optisch das komplette Gegenteil seines Chefs. Er ist freundlich, aufgeschlossen, immer gut drauf und blickt jeder noch so verzwickten Lage positiv entgegen. Gemeinsam sind die Beiden ein unschlagbares Team, die mit ihrem spitzfindigen und trockenen Humor diesem Krimi auf eine ganz spezielle Weise den perfekten Schliff geben.
Nun zum Fall:
Der Prolog beginnt schaurig. Ein bestialischer Mord an einer Frau dessen Vorgehensweise viele Fragen aufwirft. Die Identität der Frauenleiche kann nicht festgestellt werden, wichtige Unterlagen werden dem ermittelnden Hauptkommissar Zorn zurückgehalten. Doch von wem? Zorn ist stinksauer. Und dann schlägt der Psychopath wieder zu und die Ereignisse überschlagen sich.
Der Schreibstil von Stephan Ludwig ist sehr angenehm, flüssig und er schafft es den Spannungsbogen die ganze Zeit über weit oben zu halten. Die Atmosphäre ist düster, verregnet und absolut schaurig. Die Protagonisten wurden von ihm so interessant gezeichnet, dass ich unbedingt mehr über sie erfahren möchte.
Der Fall an sich lässt sich sehr schwer lösen, da Stephan Ludwig den Täter gekonnt lange im Hintergrund behält. Und obwohl zum Ende hin alles etwas zu konstruiert wirkt war die Enttarnung für mich eine echte Überraschung.
Fazit
Ein Krimi ganz nach meinem Geschmack. Tolle Protagonisten, ein spannender Fall und eine düster verregnete Atmosphäre.
Im Oktober 2012 erscheint bereits der 2. Fall für Kommissar Zorn, „Vom Lieben und Sterben“.
Ich freu mich drauf!
Bewertung
♥♥♥♥♥
- 351 Seiten
- Band 1
- ISBN: 978-3-596-19305-9
- Verlag: FischerVerlage → Leseprobe
- → mehr Informationen zum Buch
![1x1 Trans in [Rezension] Stephan Ludwig - Zorn. Tod und Regen](http://www.mybookblog.de/wp-content/plugins/lazy-load/images/1x1.trans.gif)